Fulda ist erste deutsche Sternenstadt
Ein großer Teil der Lichtverschmutzung ist vermeidbar, und Fulda will mit intelligenten und nachhaltigen Lösungen als Vorbild für andere Kommunen vorangehen. Der Titel „Sternenstadt“ bedeutet keinesfalls, dass es nun auf Fuldas Straßen dunkler wird: Aber Licht gehört auf den Gehsteig und die Straße – und nicht in den Himmel. Zu viel und vor allem falsch gerichtetes, schlecht gesteuertes Licht mit kalten Lichtfarben beeinträchtigt nachweislich das Leben vieler nachtaktiver Arten, stört Pflanzen und belastet die Gesundheit der Menschen. Künstliches Licht muss standort- und bedarfsgerecht eingesetzt werden, so kann Lichtverschmutzung vermieden werden. Die Lichtreduzierung senkt zudem Kosten und durch die Energieeinsparung wird von jedem ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Urbanität und Ökologie werden durch teilweise wenige, einfache – aber sehr effiziente Maßnahmen in Einklang gebracht.
Beleuchtungs-Richtlinie
Mit Blick auf die Bewerbung als „Sternenstadt“ hat die Stadt Fulda bereits eine Richtlinie zum nachhaltigen Umgang mit funktionalem und gestalterischem Licht verabschiedet, die dazu beitragen soll, das Erscheinungsbild der Stadt Fulda vor Verunstaltung und Überinszenierung durch falsch eingesetztes Licht zu schützen.
Die Richtlinie ist zunächst eine Selbstverpflichtung der Stadt, bei eigenen Beleuchtungsanlagen alle Formen von Lichtverschmutzung zu minimieren. Zugleich soll die Richtlinie auch private Bauherren und Planern sowie Geschäftsleuten und Gewerbetreibenden wichtige Handreichungen für eine energiesparende, klimafreundliche Lichtoptimierung bieten. Die Stadt will dabei für eine freiwillige Mitwirkung sensibilisieren und bietet auch entsprechende Beratung an.
Fulda geht seit vielen Jahren mit gutem Beispiel voran und setzt bei Neuerrichtung von öffentlichen Beleuchtungsanlagen generell zeitliche Steuerungen zum Dimmen und Abschalten der modernen LED-Leuchten ein.
Dark Sky Community
Verliehen wird die Auszeichnung „Sternenstadt“ („Dark Sky Community“) von der International Dark-Sky Association (IDA), der internationalen führenden Autorität auf dem Gebiet der intelligenten verantwortungsvollen nächtlichen Außenbeleuchtung. Sie wird an solche Kommunen verliehen, die sich mit konkreten Maßnahmen für den Schutz der Nacht engagieren.
Ziel ist es, die Beleuchtung zu optimieren. Das bedeutet, dass die nächtliche Beleuchtung von allen Akteuren möglichst blendfrei und rücksichtsvoll gestaltet wird. So wird die Stadt auch vor Verunstaltung und Überinszenierung sowie vor Konflikten innerhalb der Nachbarschaft bewahrt. Darüber hinaus geht es darum, die Lichtverschmutzung zu reduzieren. Dies dient dem Wohlergehen der Menschen (gesunder Schlaf und Biorhythmus), ebenso aber auch der Umwelt, insbesondere dem Artenschutz in den städtischen Grünanlagen, Parks und Gärten. Denn viele der mit uns lebenden Tiere sind nachts unterwegs und an die natürlicherweise geringen Beleuchtungsstärken der Nacht angepasst; z.B. Igel, Fledermäuse, Glühwürmchen etc. Für tagaktive Tiere wie die Singvögel und Eichhörnchen ist der nächtliche Garten oder der nächtliche Grünbereich ein wichtiger Ruheraum, der zur Erholung und Aufzucht des Nachwuchses möglichst natürlich dunkel sein sollte.
Sternenpark Rhön
Durch die enge Zusammenarbeit mit der RhönEnergie Fulda und der Nähe zum Sternenpark UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, hat man schon vor einigen Jahren auch in der Stadt Fulda damit begonnen, die öffentliche Beleuchtung möglichst "nachtfreundlich" zu gestalten. Viele Kriterien der IDA sind in Fulda daher bereits heute erfüllt. Weitere nötige Optimierungen werden im Zuge ohnehin anfallender Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sukzessive ausgeführt. Es entstehen also keine nennenswerten Zusatzkosten. Demgegenüber kann der Imagegewinn weit über die Region hinauswirken.
Planetarium im Vonderau Museum
Das Planetarium im Vonderau Museum wurde kürzlich technisch auf den neuesten Stand gebracht und bietet von 34 Sitzplätzen aus einen Blick in den ungetrüben Sternenhimmel. Hier erleben die Besucher virtuelle Reisen durch die Weiten des Universums, ermöglicht durch die Simulationstechnik eines PC-Clusters mit moderner Fulldome-Video-Projektion in eine Projektionskuppel über den Köpfen. Planetariumsbesucher sitzen nicht vor einer Leinwand, sondern unter einer Kuppel - mitten im Geschehen.
Das Programmangebot reicht von spektakulären Weltraumausflügen bis zu eher beschaulichen erdgebundenen Betrachtungen des aktuellen Fuldaer Sternhimmels mit Einsatz des modernisierten klassischen Planetariumsprojektors. Neben rein astronomischen Themen findet auch der Mensch in seinen vielfältigen Beziehungen zum Universum Berücksichtigung in der Programmvielfalt. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite des Planetariums.
Aktives Handeln
Grundsätzlich ist gute Beleuchtung immer nach unten gerichtet und blendfrei. Dazu verwendet man sog. voll-abgeschirmte Leuchten. Zudem verwendet man am besten eine warme Lichtfarbe mit nicht mehr als max. 3000 Kelvin Farbtemperatur. Die Beleuchtungsanlagen sollten intelligent gesteuert sein und das Licht nur dann eingeschaltet sein, wenn es tatsächlich gebraucht wird – und zudem in angemessener Lichtmenge. An der Reduzierung der Lichtverschmutzung kann jeder, egal ob Privatperson, Unternehmen, Handel, Gastronomie oder Verband, aktiv mitwirken.
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Downloads & Links
Berichte - Web, Funk und TV
31.05.2021 | DLF - Deutschlandfunk | Ausschnitt Sendung "Umwelt & Verbraucher"
12.05.2021 | WDR | Gesetzentwurf: Es werde weniger Licht!
24.02.2021 | WDR | kugelzwei Lichtverschmutzung
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